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Mini-Unternehmen

May 24, 2016

 

Schulprojekte

18. Mai 2016

Die letzte Generalversammlung der Miniunternehmen fand im Europassaal des Ministeriums der DG statt. | Foto: Hanna Bank

 

 

Schüler der Pater-Damian-Sekundarschule (PDS), des Robert-Schuman-Instituts (RSI) und des César-Franck-Athenäums (CFA) haben Bilanz ihrer Mini-Unternehmen gezogen.

Von Hanna Bank

 

Zu Beginn des Schuljahres mussten die Abiturienten, auf deren Stundenplan neben Mathe, Deutsch und Chemie unter anderem „Mini-Unternehmen“ vertreten war, sich eine Geschäftsidee für ein ebensolches einfallen lassen. War diese Entscheidung einmal getroffen, folgte eine Reihe von Prozeduren, die man bei einer Firmengründung standardmäßig durchläuft: Es mussten ein Name und die idealen Lieferanten gefunden werden sowie ein Geschäftsstandort und ein Lager für die Produkte. Und nicht zuletzt galt es, die Aufgabenverteilung mithilfe eines Organigramms zu bestimmen. Was dabei heraus kam? Die Unternehmen „Shades Of Cake“, „United Revolution“, „WOM-Events“ und „Smack It“. Ziel des Ganzen? Eine Brücke schlagen zwischen den sehr unterschiedlichen Welten Schule und Wirtschaft, wie Friedrich-Carl Bourseaux, Vize-Präsident des Studienkreises Schule Wirtschaft, zu Beginn der abschließenden Generalversammlung erläuterte. Damit trockene Theorie sich in der praktischen Ausführung entfalten und umso besser von den Schülern verinnerlicht werden könne. Der Verein unterstützt die Schulen bei der Ausführung der Projekte und veranstaltet unter anderem diese letzte und große Generalversammlung, bei der Preise verliehen werden.

Jeweils fünfzehn Minuten hatte jede der vier Schülergruppen Zeit, ihr Projekt vorzustellen. Da war zum einen die Klasse des CFA, deren Firmenname „Shades Of Cake“ schon durchklingen ließ, worum es ging: Verkauf von Kuchen bzw. vorgefertigten Backmischungen im Glas. Die große Professionalität bei den Berechnungen der Finanzen brachte ihnen den Preis für die beste Rechnungslegung ein. Eigens für ihr Projekt hatten sie sogar ein Bankkonto eingerichtet. Außerdem waren sie die einzigen, bei denen die Rolle des Staates von „Les jeunes Entreprises“ übernommen wurde, einer Organisation, die jungen Menschen in praktischer Form wirtschaftliches Denken und Handeln beibringen möchte.

Ziel ist es, den ersten Kontakt zur Wirtschaft herstellen und persönliche und soziale Kompetenzen zu fördern.

Sie unterstützt die Klasse bei ihrem Projekt und sammelte unter anderem als „Staat“ Steuern und Sozialabgaben ein. Bei den anderen Miniunternehmen übernahmen Lehrer die Rolle des Staates, sodass die eingesammelten „Steuern“ der Schule und somit den Schülern zu Gute kommen können. Nicht weniger selbsterklärend, höchstens ein wenig irreführend, war der Name eines weiteren Miniunternehmens: „United Revolution“.

Die verantwortliche Schülergruppe der PDS wollte nicht etwa gemeinsam zum Widerstand aufrufen, sondern vielmehr „den Zusammenhalt selbst revolutionieren, durch das Tragen gemeinsamer Freizeitkleidung“. Sie bedruckte Textilien wie Pullover und T-Shirts mit schuleigenen Logos und verkaufte diese. Mit einer Ausnahme: Der Flüchtlingsklasse ihrer Schule schenkten sie die Pullover.

Eine bessere Geste, um den gewünschten Zusammenhalt zu symbolisieren, hätten sie sich wohl nicht aussuchen können. So befand die Jury, und verlieh den PDS-Schülern daher den Preis für die beste Teamarbeit. Die Klasse des RSI wollte sich von den anderen unterscheiden, indem sie keine Güter, sondern vielmehr Dienstleistungen in Form von Eventmanagement anbot. Im Laufe des Jahres organisierten sie diverse Aktionen wie Elternabende, den Tag der offenen Türe ihrer Schule und den Abi-Ball.

Während der genannten Events sorgten die RSI-Schüler für das leibliche Wohl der Anwesenden. Mit der Organisation des Abi-Balls, am Ende des Jahres, erfüllten sie ihr selbst auferlegtes Ziel. Verbraucherorientierte Produktanpassungen und kreative sowie vielseitige Werbemaßnahmen veranlassten die Jury dazu, ihnen schließlich den Preis für das beste Marketing zu überreichen. Außerdem lobten die Juroren die, wie sie fanden, tolle Aufteilung zwischen Mann und Frau. Die RSI-Schüler hatten Wert darauf gelegt, dass an der Spitze des Unternehmens beide Geschlechter vertreten waren.

Den vierten und letzten Preis erhielten Jungunternehmer der PDS für die, nach Meinung der Jury, hervorragende Vorstellung ihres Miniunternehmens „Smack It“. Die Schüler überzeugten die Juroren bei der Präsentation ihres im Laufe des Schuljahres betriebenen Pausenstandes mit Snacks und Getränken durch eine klare und eingängige Vortragsweise. „Der Aufbau des Unternehmens sowie die Aktivitäten waren sehr gut und für jeden verständlich dargestellt“, begründete Céline Marchal, Beraterin im Kabinett von Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG), und an diesem Abend Mitglied der Jury, die Entscheidung.

Begleitet wurden die Jungunternehmer das ganze Jahr über von ihren Lehrpersonen. Patrick Packes und Valerie Heinen haben die Schüler des RSI bei der Umsetzung unterstützt und waren beeindruckt, was diese aus sich herausgeholt haben, „wenn es drum ging“. Sie waren begeistert von der tollen Koordination und dem Einsatz ihrer Schüler bei den Events. Auch F. C. Bourseaux, der die Generalversammlungen im Laufe des Jahres begleitet hat, weiß um die Fortschritte, die die Schüler machen. „Im Oktober findet die erste Generalversammlung statt. Im Vergleich zu der letzten ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Schüler machen enorme Fortschritte, bei der freien Rede angefangen, über die Präsentation bis hin zu ihrer Haltung.“

Am Ende des Abends schloss Harald Mollers, Minister für Bildung und wissenschaftliche Forschung, die Veranstaltung mit den Worten : „Was zählt, ist die Erfahrung, die ihr alle mit der Umsetzung eures Miniunternehmens gesammelt habt.“

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