Auslandspraktikum 2016

May 31, 2016

 

Erasmus+

22. Mai 2016

Achtzehn RSI-Schüler nahmen am Auslandspraktikaprojekt ihrer Schule teil. | Foto: Rita Pavonet

 

 

Anfang März zogen 18 Schüler des Robert-Schuman-Instituts (RSI) für drei Wochen los, um in Frankreich, Großbritannien, Finnland und Lettland Praktika zu absolvieren. Reich an Erfahrungen kehrten sie zurück und berichteten Mitschülern und Lehrern von ihren Erlebnissen.

Von Hanna Bank

 

„Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat haben“, sprach einst Theodor Fontane. Die 18 Schüler des Robert Schuman Instituts, die sich im März aufgemacht hatten, um ihre Praktika im Ausland zu absolvieren, lehrte sie aber vor allem eines: sich auf sich selbst verlassen zu können. Während drei Wochen besuchten sie Praktikumsstellen oder Schulen in Nantes (Frankreich), Portsmouth (Großbritannien), Savoninna (Finnland) und Riga (Lettland) und machten dort Unmengen neuer Erfahrungen. Dies sei letztendlich auch das Ziel der Auslandspraktika, die das RSI nun bereits seit 13 Jahren organisiert, so Direktorin Brigitte Kocks: „Es ist eine große Herausforderung, da es für die Schüler nicht immer so einfach ist, komplett auf sich allein gestellt und umgeben von fremden Sprachen, Kulturen, Menschen und Lebensweisen klarzukommen. Alles in allem entsteht aus dieser Herausforderung aber eine Gewissheit: Ich habe es geschafft. Und diese Gewissheit birgt ein Selbstvertrauen, das stark macht für die Zukunft.“

Michael Hoch: „Ich bin viel selbstständiger geworden und habe das Leben ohne Eltern in einem Haushalt kennengelernt.“

Neben den sozialen Kompetenzen, die durch die Auslandsaufenthalte gefördert werden, stehen auch berufliche Aspekte im Fokus. Das ist auch Voraussetzung, um die Fördergelder der Europäischen Union zu erhalten, die im Rahmen des 2014 gestarteten Erasmus+-Programms an Schulen vergeben werden. So wurden die Auslandspraktika der RSI-Schüler komplett über diesen Fonds finanziert. Michele Pommé vom Jugendbüro der Stadt Eupen, hat die Schule bei diesem Projekt begleitet. „Unser Büro übernimmt dabei zwei wichtige Aufgaben: zum einen die Vorbereitung in Form von Informationen und Hilfe bei der Antragstellung, zum anderen prüfen wir, ob die Kriterien der EU eingehalten werden. Ein Kriterium ist zum Beispiel der Übergang von Schule in das Berufswesen, was ja hier ganz klar der Fall ist. Danach begleiten wir das Projekt und prüfen regelmäßig, ob der Rahmen auch eingehalten wird.“

Wenn der Antrag einmal bewilligt ist, kann die Schule mit den Vorbereitungen beginnen. Die Koordinatorin der Auslandspraktika, Rita Pavonet, setzt sich mit Partnerorganisationen in Verbindung und kümmert sich um Ausbildungsplätze für ihre Schüler. Auch für Unterkünfte will gesorgt sein. So waren die Schüler in Nantes und Portmouth in Gastfamilien untergebracht, in Riga schliefen vier Schüler in Hotelbetten ganz in der Nähe der Kunstschule, die sie besuchten, und in Finnland durften vier Jungs in einem Selbstversorgerhostel die Erfahrung machen, wie es ist, alleine zu wohnen. Für Michael Hoch, der während seines Praktikums in Savoninna einem Architekten über die Schulter geschaut hatte, war das ein weiterer Pluspunkt. „Ich bin viel selbstständiger geworden und habe das Leben ohne Eltern in einem Haushalt kennengelernt. Beruflich gesehen wollte ich vor meinem Praktikum in eine ganz andere Richtung gehen. Doch in Finnland habe ich die Arbeit eines Architekten praktisch kennengelernt, was mir viel besser gefallen hat als das, was wir in der Schule machen.“

Neben solchen Erfahrungen haben die Schüler auch sprachlich enorme Fortschritte gemacht, wie ihre jeweiligen Lehrer bestätigen. Und nicht nur die Lehrer, die Direktorin oder das Jugendbüros schwören auf den positiven Effekt des Projektes. Auch die Schüler sind begeistert und berichten von positiven Erfahrungen, überwundenen Hürden, gesteigertem Selbstvertrauen und verbesserten Sprachkenntnissen.

Während der Präsentationen, die sie trotz des Stresses am Ende eines jeden Schuljahres auf die Beine gestellt haben, stellen sie ihre Arbeit vor Ort vor und ziehen persönlich Bilanz. Für die Koordinatorin Rita Pavonet ist dies der ideale Moment, um zukünftige Auslandspraktikanten anzuwerben. Voraussetzungen seien, neben Mut, drei Wochen in die Fremde zu reisen, auch Offenheit, Anpassungsfähigkeit und Neugierde.

„Es ist die Ideale Möglichkeit, um sich auf kurze Zeit enorme Kompetenzen anzueignen. Wenn die Schüler zurückkommen, sind sie sich teilweise noch gar nicht bewusst, was das alles bewirkt. Aber im Nachhinein, schon einen Monat danach, da sinken die Erfahrungen und sie geben ganz andere Erlebnisse wieder. Das ist ein unendlicher Reifeprozess, der sich da auf kurze Zeit vollzieht, wofür andere viel länger brauchen, oder gar nicht drankommen“, weiß sie aus Erfahrung. „Wir haben immer dasselbe Fazit ziehen können. Die Schüler kommen zurück mit sehr guten Erfahrungen und neuen Fähigkeiten. Seien es soziale, berufliche oder sprachliche Kompetenzen“, so die Direktorin.

 

 

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